Altbaukauf und Altbauverkauf mit neuen Hürden
Der Traum vom Eigenheim im Altbau ist nicht nur in Markkleeberg nach wie vor lebendig. Doch wer heute eine ältere Immobilie kauft und auch verkauft, muss sich auf deutlich intensivere Anforderungen einstellen.
Wer vor wenigen Jahren noch ein Haus übernommen hätte, mochte primär auf Lage, Bausubstanz und Kaufpreis schauen. Heute jedoch sind neben selbstverständlich auch gestiegenen individuellen Ansprüchen an Klima und Umwelt gesetzliche Anforderungen, Energieeffizienz und Finanzierungskonditionen zu ständigen Begleitern jeder Immobilienentscheidung geworden.
Neben den ohnehin hohen Bau- und Kaufpreisen wirken sich auch die deutlich höheren Zinsen auf die Finanzierungsfähigkeit aus. Doch die Hürde endet meist nicht bei der ersten Bankzusage. Viele Kreditinstitute verlangen heute vor einer Darlehensbewilligung bei Bestandsimmobilien eine detaillierte energetische Einschätzung oder sogar oft einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Hintergrund sind die verschärften EU-Richtlinien zu Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, die Banken verpflichten, das Risiko energetisch veralteter Gebäude zu bewerten. Dazu zählen bereits auch Häuser aus den 90-ger Jahren!
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Ohne einen aktuellen Energieausweis, eine Kostenabschätzung künftiger Sanierungen und oft auch ein Energieberatungsgutachten wird es zunehmend schwer, eine Finanzierung zu erhalten. Ein Sanierungsfahrplan ist im Gegensatz zum Energieausweis dabei kein gesetzliches Muss, aber oft ein faktischer Schlüssel zur Förderung und zur Kreditbewilligung. Die Erstellung durch einen zertifizierten Energieberater wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit bis zu 80 Prozent bezuschusst – allerdings nur, wenn der Antrag vom Eigentümer gestellt wird. Wer also erst Kaufinteressent ist, muss die Erstberatung zunächst selbst bezahlen. Nach dem Erwerb kann dann die geförderte Energieberatung inklusive Sanierungsfahrplan beauftragt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, daß der Verkäufer diese zur Verfügung stellt. Diese liefert nicht nur eine klare Übersicht über den Zustand des Gebäudes, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen, um gesetzliche Pflichten, etwa aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), fristgerecht zu erfüllen.
Besonders relevant wird das für Heizungen, die älter als 30 Jahre sind. Standardkessel aus den 1990er-Jahren müssen nach den GEG-Vorgaben in den nächsten Jahren ausgetauscht werden. Hier muß explizit geprüft werden, denn Brennwerttechnik betrifft das in der Regel nicht.
Diese zusätzlichen Anforderungen bringen spürbaren Mehraufwand und Kosten für Käufer mit sich. Neben Notar, Grunderwerbsteuer und Renovierungskosten müssen künftig auch Energieberatung, Sanierungsplanung und oft eine teurere Heizungsmodernisierung in die Finanzierung einkalkuliert werden.
Für Verkäufer wiederum bedeutet das, dass eine fundierte Vorbereitung des Verkaufs – insbesondere mit vollständigen Unterlagen und klaren Informationen zum energetischen Zustand- absolute Voraussetzung ist. Diese sind oft damit überfordert. Gerade hier und jetzt zeigt sich für Verkäufer und Käufer der Wert einer erfahrenen Maklerin oder eines Maklers mit regionalem Netzwerk. Wer den Markt in Markkleeberg und Umgebung kennt, weiß, wie sich Anforderungen, Förderung und Finanzierung in den letzten Jahren verändert haben. Markkleeberg war und ist weiterhin sehr beliebt als Wohnort.
In der Praxis als Maklerin vor Ort bedeutet das für alle Beteiligten in aller Regel längere Vorbereitungszeiten, insgesamt längere Bearbeitungszeiten mit mehr Terminen, leider weniger finanzierbare Käufer und macht damit auch die Ermittlung eines 2025 realisierbaren Verkaufspreises entscheidend für den Erfolg. Ich begleite beide Seiten nicht nur beim Vertragsprozess, sondern helfe, Energieberater, Sachverständige und Finanzierer frühzeitig einzubinden und spürbar Mehraufwand abzunehmen.
Kommen Sie gern bei Fragen auf mich zu!